Privatleute von neuer Lebensmittelverordnung nicht betroffen

„Backe, backe, Kuchen… wer will schönen Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen…“ Dies schöne Kinderlied ist uralt. Jedenfalls ist es entstanden, bevor es eine Europäische Union, eine EU-Kommission und deren Übereifer beim Erfinden von Rechtsvorschriften gegeben hat. Und also auch keine „EU-Lebensmittelinformationsverordnung“, die am 13. Dezember 2014 in Kraft treten wird. Sie wird vorschreiben, dass Lebensmittel, egal ob verpackt oder unverpackt, in Zukunft genauer deklariert werden – so, welche „sieben Sachen“ darinnen sind. Beispielsweise, ob sie Stoffe enthalten, die für Allergiker gefährlich sein können – Nüsse im Kuchen oder Sellerie in der Suppe.

Die Skeptiker, die den Brüsseler Kommissaren alles Mögliche zutrauen, haben sofort Alarm geschlagen und all jene verunsichert, die vor allem vor Weihnachten in Kirchengemeinden, Schulen, Vereinen oder auf Weihnachtsmärkten Selbstgebackenes für einen guten Zweck unter der Leute bringen. „Der Kuchenbasar wird verboten“, heißen die Schlagzeilen, die so lautmalerisch wie falsch sind. Von einer „Gaga-Verordnung“ ist die Rede. Und das hat nun die Europäische Kommission auf den Plan gerufen mit einer deutlichen Richtigstellung:

Diese Verordnung, so heißt es im Punkt 15, gilt nur für Unternehmen der Lebensmittelindustrie. Kochen und Backen, das Servieren von Mahlzeiten und der Verkauf von Lebensmitteln durch Privatpersonen, beispielsweise bei Wohltätigkeitsveranstaltungen oder auf Märkten „fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Verordnung“. Dank der neuen Regelungen, sagt diese EU-Verordnung, sollen Verbraucher künftig besser über solche Inhaltsstoffe von Lebensmitteln informiert werden, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen – etwa Erdnüsse oder Milch.

Die Verordnung enthält nicht zuletzt auch neue Bestimmungen für die Angaben über den Nährwert von Lebensmitteln. Dank einer entsprechenden Kennzeichnung werden die Verbraucher künftig auch erkennen können, woher ihr Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch stammt. Bisher gab es entsprechende Regeln nur für Rindfleisch. Auch technisch hergestellte Nanomaterialien müssen in der Zutatenliste aufgeführt werden.

Der langen Rede kurzer Sinn: Der Kuchenbasar in der Weihnachtszeit ist nicht in Gefahr. Das heißt natürlich auch, wer dort einen Kuchen anbietet, muss darauf achten, die Hygieneregeln einzuhalten. Aber das versteht sich von selbst und bedarf keiner gesonderten EU-Verordnung.

Gunnar Wrobel, CC BY-SA 2.0

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