Right Livelihood Award verliehen

Der Right Livelihood Award zeichnet Menschen und Initiativen, die Lösungen für die dringendsten Probleme unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen. Die Right Livelihood Award Foundation erklärt, dass sich in diesem Jahr die Preisträger mit ihrer Arbeit gegen die gefährlichsten globalen Trends stemmten. Mit den heutigen Auszeichnungen wolle man eine dringende Warnung senden, dass diese Trends – die illegale Massenüberwachung normaler Bürger, die Verletzung von Menschen- und Bürgerrechten, gewaltsame Manifestationen eines religiösen Fundamentalismus und die Schwächung der lebenserhaltenden Systeme unseres Planeten – bereits Gegenwart sind. Wenn wir diesen Entwicklungen nicht Einhalt gebieten, dann könnten sie sich gegenseitig verstärken und die Grundlagen unserer Gesellschaft zerstören.

Eine von den drei Preisträgern ist die pakistanische Menschenrechtsanwältin Asma Jahangir. Die Ärmel hochkrempeln und an die Arbeit geht Asma Jahangir, wenn es darum geht, Menschenrechte zu schützen und verteidigen, oft in schwierigen und komplexen Situationen und unter großem persönlichen Risiko. Sie kritisiert im Gespräch, dass Sicherheit und wirtschaftliche Interessen häufiger als wichtiger angesehen werden als Menschenrechte und nachhaltiger Frieden. Die 62-jährige tritt bestimmt auf, wenn sie beklagt, dass die Erwartungen der Menschen und von der enttäuschende Realität von Regierungshandeln nicht erfüllt werden. Wegen ihrer kompromisslosen Kritik an Gesetzen, die Frauen benachteiligen, wurde sie jahrelang bedroht und angegriffen; sie hat die Mächtigen häufig mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert und stand unter Hausarrest. Die Zeit nutzte sie, um Gedichte zu schreiben. Geschichte schrieb sie, als die 2010 als erste Frau zur Präsidentin der Anwaltskammer beim Obersten Gerichtshof von Pakistan gewählt wurde. Sie selbst ist Mitglied der Kommission für Menschenrechte in Pakistan, hat 1986 das erste Zentrum für Rechtshilfe in Pakistan gegründet. Ihr Engagement erklärt die kämpferische Streiterin mit der Familiengeschichte; ihr Vater wurde wegen Widerstands gegen die Diktatur immer wieder verhaftet. So wird sie auch weiterhin gegen Ungerechtigkeit und für die Rechte religiöser Minderheiten und im Besonderen die Rechte von Frauen kämpfen. Die Verleihung des Alternativen Nobelpreises sieht sie nicht als persönliche Ehrung an, sondern als Wertschätzung und Anerkennung der vielen Menschen in Pakistan, die sich unablässig für die Wahrung der Menschenrechte eingesetzt haben.

Das Preisgeld von 1,5 Mio. Schwedischen Kronen, rund 162.000 Euro, teilt sich die Menschenrechtsanwältin mit Basil Fernando, von der Asian Human Rights Commission aus Hongkong, für seinen unermüdliche Arbeit für die Umsetzung der Menschenrechte in Asien und deren Dokumentation. Außerdem wird Bill McKibbeln aus den USA ebenfalls ausgezeichnet für die erfolgreiche Mobilisierung einer wachsenden zivilgesellschaftlichen Bewegung für weitreichende Maßnahmen gegen den Klimawandel in den Vereinigten Staaten und weltweit.

Der nicht dotierte Ehrenpreis geht an Edward Snowden. Die Stiftung plant jedoch, Rechtskosten für Edward Snowden zu finanzieren. Er habe mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt, begründet die Stiftung die Auszeichnung. Ebenso geht der Preis an Alan Rusbridger, den Chef des britischen Guardian für den Aufbau einer globalen Medienorganisation, die sich verantwortlichem Journalismus im öffentlichen Interesse verschrieben hat und gegen große Widerstände illegales Handeln von Unternehmen und Staaten enthüllt.

Foto: rightlivelihood.org, Wolfgang Schmidt

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